Sicherungskasten erneuern & FI-Schalter nachrüsten
Der Sicherungskasten (Verteiler, Tableau) ist die Schaltzentrale der Hausinstallation. Alte Verteiler mit Schmelzsicherungen und ohne FI-Schutzschalter schützen zwar Leitungen vor Überlast, aber nicht Personen vor einem elektrischen Schlag. Hier finden Sie Kosten, Pflichten und die typischen Anlässe für einen Ersatz.
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Leistungsumfang & Abdeckungen:
- Ersatz von Sicherungskasten und Unterverteilung nach SN EN 61439
- Nachrüstung von FI-Schutzschaltern (RCD Typ A / Typ B, 30 mA)
- Kombi-FI/LS-Schalter (Leitungs- und Personenschutz in einem Gerät)
- Überspannungsschutz (SPD Typ 1/2/3)
- Platzreserve für PV, Wallbox oder Wärmepumpe
- Verdrahtung von Haupt- und Unterverteilungen
Was kostet es, den Sicherungskasten zu erneuern?
Richtwerte für die Schweiz laut Schweizer Kostenübersichten (Stand 2026): • Sicherungskasten komplett erneuern: CHF 3'000 bis 8'000 • FI-Schutzschalter nachrüsten: CHF 400 bis 800 • Stundensatz Elektriker: CHF 80 bis 150 Der Austausch dauert meist ein bis zwei Arbeitstage. Teurer wird es, wenn der neue Verteiler mehr Platz braucht als die alte Nische, wenn Zuleitungen zu kurz sind oder alte Leitungen hinter dem Verteiler mit ersetzt werden müssen.
Muss ein alter Sicherungskasten ausgetauscht werden?
Eine allgemeine Pflicht, einen Verteiler nach einer bestimmten Anzahl Jahre zu ersetzen, gibt es in der Schweiz nicht. Zum Muss wird der Ersatz auf drei Wegen: • Die periodische Kontrolle (Sicherheitsnachweis) stellt Mängel fest, die sich im alten Verteiler nicht beheben lassen • Ein Umbau oder eine Erweiterung (Wallbox, PV, Wärmepumpe) verlangt Schutzorgane, für die kein Platz ist • Beschädigung, Überhitzung oder Brandspuren Der Stromzähler selbst gehört dem Netzbetreiber; um seinen Ersatz kümmert sich das Elektrizitätswerk.
Schmelzsicherung, LS und FI: was wovor schützt
Schmelzsicherungen und Leitungsschutzschalter (LS) schalten bei Überlast und Kurzschluss ab — sie schützen die Leitung. Ein FI-Schutzschalter (RCD) misst dagegen den Unterschied zwischen hin- und zurückfliessendem Strom und löst schon bei 30 mA Fehlerstrom aus. Er schützt damit Menschen, wenn Strom über den Körper zur Erde fliesst. Nach NIN müssen Steckdosenstromkreise bis 32 A in Neuanlagen und bei wesentlichen Änderungen mit einem RCD bis 30 mA geschützt sein.
Überspannungsschutz: Elektronik vor Blitz- und Schaltüberspannungen schützen
Nahe Blitzeinschläge und Schaltvorgänge im Netz erzeugen kurze Überspannungsimpulse, die Wechselrichter, Wärmepumpen-Steuerungen oder Fernseher beschädigen können. Ein gestufter Überspannungsschutz (SPD Typ 1/2 im Verteiler, Typ 3 am Gerät) leitet diese Spitzen ab. Bei einem Verteilerwechsel wird er am einfachsten gleich mit eingebaut.
Entscheidungshilfe & Praxistipps:
- Prüfen Sie, ob Ihr Verteiler FI-Schutzschalter hat (Prüftaste mit «T»). Fehlen sie, gehört das Nachrüsten zuoberst auf die Liste.
- Planen Sie beim Verteilerwechsel 20–30 % freie Plätze für spätere Erweiterungen ein.
- Achten Sie auf einen gut zugänglichen Hauptschalter und eine lesbare Beschriftung der Stromkreise.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet ein neuer Sicherungskasten mit Montage in der Schweiz?
Schweizer Kostenübersichten nennen CHF 3'000 bis 8'000 (Stand 2026) für einen komplett erneuerten Sicherungskasten, bei einem bis zwei Arbeitstagen. Das Nachrüsten eines einzelnen FI-Schutzschalters liegt bei CHF 400 bis 800.
Darf ich den Sicherungskasten selbst erneuern?
Nein. Arbeiten im und am Sicherungskasten gehören nicht zu den Laienarbeiten, die NIV Art. 16 erlaubt. Sie brauchen einen Betrieb mit Installationsbewilligung.
Warum löst der FI-Schalter ständig aus?
Meist fliesst irgendwo Fehlerstrom ab: eine feuchte Aussensteckdose, ein defektes Gerät (Waschmaschine, Boiler, Kühlschrank) oder eine beschädigte Leitung. Stecken Sie zuerst alle Geräte des betroffenen Kreises aus und schalten Sie den FI wieder ein. Löst er weiter aus, sucht ein Elektriker den Fehler mit einer Isolationsmessung.
Ist ein FI-Schalter in der Schweiz Pflicht?
Bei Neuanlagen und wesentlichen Änderungen ja: Nach NIN müssen Steckdosenstromkreise bis 32 A mit einem RCD bis 30 mA geschützt sein. Bestehende Anlagen ohne FI sind nicht automatisch unzulässig, ein Nachrüsten ist aber die wirksamste Einzelmassnahme für die Personensicherheit.
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